Das geistige Eigentum und seine bisherige Trennung vom Sacheigentum wirkt sich nicht nur auf die konkreten Urheberrechte im Funktionszusammenhang von Kunstfreiheit und einer angemessenen Beteiligung aus, sondern auch in anderern Rechtsbereichen. Zu diesen Rechtsbereichen zählen das Familien- und Erbrecht, das Mietrecht und das Steuerrecht.

 

Im Familienrecht führt die Gleichstellung von geistigem Eigentum und Sacheigentum im Bereich des Unterhaltsrechts zu Veräußerungspflichten und Kunstausübungspflichten, die in völligem Kontrast zur freien Meinungsbildung und Freiheit der künstlerischen Schöpfung stehen. Werke einschließlich Entwürfen werden ungeachtet ihres bloßen Liebhaberwertes als Vermögen behandelt und Zugewinnausgleichsansprüche aberkannt, wenn dieses Vermögen vom ausgleichsberechtigten Ehepartner nicht wertmäßig beziffert wird.

Im Erbrecht wiederholt sich die Bewertungsfrage.

Im Mietrecht spielt die Lagerung von Werkstücken und Entwürfen in einem Wohnatelier eine Rolle, wo der Vermieter darin trotz der Privatheit des Schaffens keine sachgerechte Wohnraumnutzung mehr anerkennen will.

Im Zwangsvollstreckungsrecht wird die Vollstreckung in selbst gemalte Bilder gesucht, obgleich sie durch Art. 114 UrhG ausgeschlossen ist.

Das Steuerrecht verlangt im UStG verlangt von Künstlern/innen, die nicht unter die Kleinunternehmerklausel fallen, dass sie im Falle der Veräußerung eines Werkes eine Mwst von 7 % erheben und diese an den Staat abführen. Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer wird typischerweise auf Lieferungen und sonstige Leistungen erhoben, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. Künstlerisches Schaffen entsteht seiner Natur nach nicht gegen Entgelt. Dementsprechend haben sich Künstler/innen schon seit ihrer Herauslösung aus den Handwerksgilden gegen die Erhebung von Steuern auf ihre Werke gewandt. Die Vielzahl der dazu besonders in der ersten Hälfte des 17. Jhdts. in Spanien von El Greco bis Velazquez geführten und gut dokumentierten Rechtsstreitigkeiten um die sog. alcabala sollten wieder ins Gedächtnis zurückgerufen werden und zu neuen rechtspolitischen Initiativen zugunsten von Künstlern/innen geführt werden.