Das Urheberrecht ist per se noch ein vergleichsweise junges Rechtsgebiet. Es ist immer das Engagement Einzelner gewesen, das nach und nach nicht nur für Reformen für Verbände und Verlage geführt hat, sondern auch zur Schaffung von Rechten der Urheber/innen. Erst jüngst werden sich Urheber/innen zunehmend bewußter, dass ihre Interessen bei Verbänden oder Vermarktern, deren Angestellte sämtlichst letztlich von ihrer Arbeit leben, nicht gut aufgehoben sind. Es tut not, das wenige an Vorarbeit zum Bereich der bildenden Kunst zu sammeln, was bis heute die Diskussion prägt. Dazu ist kunsthistorische Literatur, wie Rechtsliteratur aufzunehmen. Es sind nachstehend Aspekte zu thematisieren, die bis heute die Rechtsfortbildung auf dem Gebiet der Urheberrechte der bildenden Künstler/innen behindern.

Auf dieser Seite soll nach und nach ein Überblick über bedeutende Entwicklungen des Begriffs des geistigen Eigentums und über wichtige Rückschritte und Einschnitte gegeben werden. Wo hilfreich, sollen auch Abschriften von Texten, seien es Flugschriften, Aktenauszüge oder Gesetzestexte nachlesbar gemacht werden. Dabei soll eine Untergliederung nach der Zeit der Privilegien, der Zeit der ersten Gesetzesentwürfe im 19. Jahrhundert und der Zeit der Reformen und Regressionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgen.

Gesetzesgeschichte

• Zeit der Privilegien

Die Nähe von Kunst und Religion wird in der Regula Benedicti, der Benediktus-Regel erkennbar. Ein geistliches Leben ist nach der Vorstellung Benedikts eine Kunst, eine ars spiritualis. Dementsprechend beschreiben die Metaphern 'ars', 'artificium', 'instrumenta' und 'officina' Elemente des geistlichen Lebens, den Weg der Askese. In der ursprünglichen Bedeutung meint die 'Askesis' die künstlerische Bearbeitung eines Gegenstandes, aber auch die leibliche Übung und geistige Schulung. Die Stoa sah die Askese als Einübung in die Tugend. Asketen sind also Übende, d.h. Menschen, die durch Übung ihre Lebensweise in einer bestimmten Richtung gestalten. Es ist von hier aus gesehen also nicht verwunderlich, dass die Askese bis heute ein wichtiger Begriff des künstlerischen Lebens ist. Alle Künste haben wie alle Wissenschaften ein je eigenes Ziel (telos) und eine je eigene Bestimmung (skepos). Wer eine Kunst (techne) lernen will, muss dieses Ziel und diese Bestimmung kennen. Es muss seine sämtlichen Handlungen diesem Ziel entsprechend ausüben. Dabei erfordert jedes Ziel selbstverständlich seine eigene ihm entsprechende Übung und Anstrengung.

• Zeit der ersten Gesetzesentwürfe im 19. Jahrhundert

• Zeit der Reformen und Regressionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

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(Nr. 2778.) Gesetz, betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst.
                   Vom 19. Juni 1901.